Die Heimreise vom Nordkap: Eine fortgesetzte Entdeckung
2. September Von Berlin mit dem Zug nach Zürich
Es ist eine zeitlich lange Fahrt von Berlin nach Zürich. Das gute daran ist, dass ich mit meinem sperrigen Gepäck nicht umsteigen muss. Denn auf dieser Fahrt konnten die Anschlüsse nicht abgewartet werden. Bis Frankfurt war auch die Geschwindigkeit eher langsam und eine etwas unruhige Fahrt. Aber wenigstens komme ich mit vielen schönen Erinnerungen und Eindrücken an
Von Stettin nach Berlin
1. September Berlin, mit dem Zug nach Zürich
Heute war ich den ganzen Tag in Berlin unterwegs.
Am Abend geht's mit dem Nachtzug nach Zürich.
Berliner Dom
Krypta der Hohenzollern
31. August Berlin, Hotel
Nachdem ich im Gartenhäuschen gut geschlafen hatte, gab es ein richtig gutes Frühstück.
Vielen Dank, Luisa!
Nach dem Mittag hat Hannes mir angeboten, mich nach Berlin zu fahren. Weil die Fahrradplätze im Zug nach Zürich ausgebucht waren, werde ich das Bike in einer Tasche als Gepäck mitnehmen. Wir sind zu Decathlon, um eine Tasche fürs Fahrrad und eine fürs ganze Gepäck zu kaufen. Wir haben das Fahrrad dann gleich vorbereitet und in der Tasche verstaut.
Ich dachte, ich könnte das Fahrrad und das Gepäck im Bahnhof Berlin in der Gepäckaufbewahrung abgeben, bis ich morgen zum Zug gehe. In Berlin gibt's das leider nicht, ausser Schliessfächer für kleines Gepäck. Leider gibt es hier auch keine Gepäckwagen. Wir mussten das ganze Zeug also wieder zum Auto tragen und mit ins Hotel nehmen. Die Schlepperei hin und zurück war scho etwas anstrengend.
Danke, Hannes, für die Hilfe! Ohne dich hätte ich das nicht so geschafft.
30. August Schulzendorf, Gartenhäuschen der Familie Unbehaun
Morgens hat mich der Regen geweckt, der gegen mein Zeltdach prasselte. Da es die letzte Nacht im Zelt war, habe ich es unterwegs zum Trocknen ausgebreitet.
Ich hatte vor, heute nach Schulzendorf zu fahren, das liegt ausserhalb von Berlin. Aber laut GPS sind es 100 Kilometer. Anfangs kam ich auf dem Oderradweg gut voran, aber dann ging's ins Landesinnere nach Berlin und es wehte ein starker Gegenwind.
Spree und Dahme
Ich habe es auch mit Gegenwind geschafft, dass ich um 4 Uhr in Schulzendorf beim Haus von Renate und Heiko angekommen bin. Da die beiden ja auch auf einer Fahrradtour sind, haben mich ihre Kinder Hannes und Luisa empfangen.
29. August Stolzenhagen, Zelt
Nach etwa 1,5 Stunden bin ich wieder in Deutschland angekommen. Ich folgte dem Oder-Radweg entlang.
Auf dem Oderradweg hatte ich starken Gegenwind, und die vielen Radfahrer, die mit Rückenwind an mir vorbeifuhren, winkten oder nickten mir zu. Ich denke, sie hatten alle etwas Mitleid mit mir, weil ich so hart gegen den Wind kämpfen musste!
In Gartz habe ich Heiko und Renate getroffen. Die beiden sind mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Stettin. Wir haben uns lange in einem Café getroffen und gequatscht. Sie haben mir angeboten, in ihrem Haus in der Nähe von Berlin zu übernachten. Morgen sind es noch 100 Kilometer, und mit dem starker Gegenwind wirdes wahrscheinlich etwas schwierig dortanzukommen. Ich werde schauen, wie weit ich komme. Ich würde das Angebot gerne annehmen.
Als ich auf dem Campingplatz in Stoltzenhagen ankam, haben mich die netten Nachbarn gleich zum Bier und Kaffee eingeladen.
Durch Polen
28. August Stettin, Hotel
Ich habe mich gestern Abend entschieden, heute mit dem Zug von Lebork bis Stettin zu fahren. Ich habe versucht, eine Reservierung zu machen, aber es hat nicht geklappt.
Ich war heute Morgen am Bahnschalter. Die Frau am Schalter sprach kein Deutsch oder Englisch, und es sah so aus, als hätte sie auch keinen Erfolg mirein Ticket zu lösen. Da war eine Frau, die uns zugehört hat. Sie meinte, ich solle einfach zum Zug gehen und dann fragen.
Als der Zug 50 Minuten verspätet ankam, stieg ich gleich mit meinem Fahrrad ein und stellte es ab. Dann setzte ich mich zu den anderen Fahrradfahrern ins Abteil. Ich dachte mir: Wenn ich schon mal drin bin, werde ich auch in Stettin ankommen.
Als die Kontrolleurin kam, sagte ich, dass ich noch ein Ticket für mich und das Fahrrad haben müsste. Da sie nur Polnisch sprach, hat sie mit ihrem Handy übersetzt und gesagt, ich müsse eine Strafgebühr von 150 PLN bezahlen. Ich musste bis nach Stettin (291 Kilometer) 230 PLN bezahlen für das Ticket + Strafe + Fahrrad, das sind etwa 50 Franken!
Im Zug haben die anderen Biker gesagt, dass die offizielle Webseite zum Buchen nicht korrekt sein soll. Man sollte über die Zug-App buchen!
Während der Zugfahrt nach Stettin habe ich mich entschieden, mit dem Fahrrad noch bis Berlin zu fahren und dort meine Nordlandfahrt zu beenden. Von Berlin aus geht's dann weiter mit dem Nachtzug nach Zürich.
Gutes Thailändisches Essen mit einem Chang-Bier, da kommen schöne Erinnerungen hoch!
27. August Lebork (Lauenburg), Hotel
Heute bin ich von Danzig an der Ostsee entlang nach Sopot und weiter nach Gdynia, Rumba, Wejherowo nach Lebork gefahren. Leider war das nicht die beste oder schönste Route, wie ich feststellen musste. Ganze 40 Kilometer lang und führte die Strecke ausschliesslich durch Stadtgebiet.
Das Gute daran war, dass es fast immer einen Radweg gab, der allerdings immer neben der vielbefahrenen Strasse verlief und von vielen Ampeln gesäumt war.
Als ich dann endlich auf ländlicher Gegend war, ging es auf einem Feldweg weiter, der voller Schlaglöcher war. Das hat meine Stimmung natürlich nicht gerade gehoben!
Mittagspause in Wejherowo
Ankunft in Lebork
26. August Danzig (Gdańsk), Hotel
Das Wetter ist sonnig und der Wind kommt nicht mehr von vorne. So kann ich dann etwas schneller Radfahren und bin die 80 Kilometer bis Danzig schon am Mittag angekommen.
Danzig, auch Gdańsk genannt, blickt auf eine mehr als 1000-jährige Geschichte zurück. Diese ist geprägt vom ständigen Wechsel zwischen deutscher und polnischer Herrschaft. Es gab auch Phasen, in denen die Stadt weitreichende Autonomie hatte. Durch ihre Lage an der Weichselmündung wurde die Stadt zu einer der reichsten Metropolen Nordeuropas.
Ich bin echt beeindruckt von der Schönheit und Kultur dieser Stadt. Natürlich wollen auch viele Touristen in diese Stadt kommen zur Besichtigung und in den zahlreichen Restaurants einkehren.
Danzig (Gdańsk) ist bekannt als die unbestrittene Welthauptstadt des Bernsteins. Das "Gold der Ostsee" hat hier eine jahrhundertealte Tradition im Kunsthandwerk. Der fossile, rund 40 Millionen Jahre alte Harz von urzeitlichen Nadelbäumen prägt das Stadtbild, die Kultur und die Souvenirläden der polnischen Hafenmetropole bis heute.
25. August Elblag, Hotel
Das Wetter heute war mal wieder wie gemacht für eine Fahrradtour. Ich hatte mir ein sportliches Ziel gesetzt und wollte bis Elblag fahren.
Ich bin mit Nebel in den Tag gestartet! Meine Brille war immer total beschlagen, sodass ich die Löcher in der Strasse nicht sehen konnte.
In Frombork machte ich einen Zwischenstopp und schaute mir die imposante Kathedrale an.
Als ich heute in Elbląg ankam, war ich von der schönen Altstadt echt überrascht.
24. August 2026 Sepopol, Apartment Pausentag
In der schönen Wohnung ist es heute gerade richtig, einen Pausentag einzulegen.
Ich muss ausserdem mein Fahrrad reparieren, weil die Speichen am Hinterrad durch die Holperpisten etwas gelöst wurden. Ich kann so nicht weiterfahren.
Ich habe alle Speichen wieder festgezogen und gleich ein paar Runden auf der holprigen Strasse getestet.
Wenn ich morgen in einem grösseren Ort durchkomme, muss ich zu einem Veloservice, weil die Reifen etwas dünn sind.
23. August 2026 Sepopol, Apartment
Nach dem gestrigen Tag habe ich gut geschlafen. Nach dem Frühstück im Hotel ging die Tour weiter, in derHoffnung, dass es möglichst lange trocken bleibt.
Die Tour führte größtenteils über Schotterpisten durch eine echt schöne Landschaft.
Auch heute hat es wieder geregnet! Auf den letzten 20 Kilometern gab's immer wieder kurz einen Schauer.
22. August 2026 Goldap, Hotel
Kurz nach der Grenze hat es wieder angefangen, heftig zu regnen, und der Wind wurde zum starken Sturm. Ich wollte auf dem Handy nach einer Übernachtungsmöglichkeit auf der Strecke suchen, aber in der Gegend hatte ich keinen Empfang. Ich bin dann weitergefahren und der Sturm wurde immer heftiger. Es gab keine Möglichkeit, sich irgendwo zu unterstellen. Dazu kam noch, dass die Strase wegen den Baustelle immer wieder mit einem Lichtsignal geregelt wurde.
Der Zollübergang: im Auto sitzen die Zöllner von Litauen, in der Baracke die von Polen. Auch unterwegs traf ich auf Polizei. Vermutlich machen sie Kontrolle auf illegale Übertritte!
Der Sturm war so heftig, dass ich das Fahrrad mühsam schieben musste. Es war auch ein bisschen gefährlich, weil von den Bäumen Äste heruntergefallen sind. Ich musste aber weitermachen und hatte die Hoffnung, dass ich irgendwann irgendwo unterkommen würde. Endlich habe ich ein Wartehäuschen gefunden, in dem ich mit dem Fahrrad Platz hatte.
Ich hatte auf dem Handy gesehen, dass der Sturm gegen 16 Uhr etwas nachlassen sollte. Okay, dann fahre ich in einer Stunde weiter. Aber nein, ich muss die Zeit in Polen eine Stunde zurückstellen! Ich habe dann zwei Stunden gewartet, bis der Sturm schwächer wurde und der Regen aufhörte.
Die Strasse wird auf den 45 Kilometern bis Goldap erneuert. Deshalb wurde der Verkehr an ungefähr 40 Lichtsignalen geregelt. Es hat auch noch ein paar Mal geregnet.
Ich war echt froh, als ich dann in Goldap ankam und den Tag gut überstanden hatte. Das war definitiv der härteste und anspruchsvollste Tag meiner gesamten Tour. Ich bin jetzt im Hotelzimmer und bin happy, dass ich doch noch gut angekommen bin.
Durch Litauen
22. August 2026 Grenze Litauen/Polen
Morgens habe ich überlegt, ob ich vielleicht doch noch einen weiteren Tag hierbleiben sollte. Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, bin ich losgefahren, um die nächsten ca. 80 Kilometer nach Goldap in Polen zu fahren.
Gerade erst losgefahren und schon wieder Regen und Wind. Ich bin dann etwa 20 Kilometer im strömenden Regen gefahren, und der Wind wurde auch noch stärker.
Der Grenzzaun von Kaliningrad
Die Kühe auf der Weide sind an einer Kette festgebunden. So können sie rundum das das Gras abfressen. Ich habe auch schon Pferde mit Fussfesseln gesehen. Die sollen verhindern, dass die Tiere zu weit gehen. Ich finde die Tierhaltung etwas sonderbar!
Bis zur Grenze nach Polen war das Wetter wieder trocken, nur windig, und angenehme wärme zum Fahren.
Ich frage mich oft, wozu die ganzen Kleber auf den Grenzschildern da sind. Soll es ein Zeichen sein, dass ich hier war?
21. August 2026 Kybartai, Hotel
In der Nacht hat es ein bisschen geregnet und am Morgen war bestes Wetter. Ich bin schon um 6 Uhr bei Sonnenaufgang auf die Tour gestartet.
An der Strecke standen von Siluva aus viele verschiedene Kreuzmotive und Bildstöcke, und zwar alle paar 100 Meter für die nächsten 20 Kilometer.
Auf der heutigen Tour gab's viel Gravelroad, was manchmal etwas mühsam war zu fahren. Weil der Wind ständig von vorne kam, war es noch zusätzlich anstrengend. Jedes Mal, wenn ein Auto vorbeifuhr, war ich in einer Staubwolke.
Da man nicht durch Kaliningrad (ehemals Königsberg) fahren kann, geht es der Grenze nach bis zur Ostsee.
20. August 2026 Siluva, Pension
Soll ich jetzt starten oder noch warten? Ich werde es jetzt wohl schaffen, die 50 Kilometer bis Siauliai zurückzulegen, da es jetzt noch nicht regnet. Ich habe die ersten 50 Kilometer tatsächlich fast ohne Regen geschafft. Etwa einen Kilometer vor Siauliai fing es an zu regnen, ich bin noch bis zu einem Einkaufszentrum gefahren und es hat dann angefangen, richtig heftig zu schütten. Ich habe gewartet, und zwar von 10 Uhr bis 14 Uhr, bis der Regen wieder aufhörte.
Nach weiteren 30 Kilometern sah der Himmel ziemlich schwarz aus, also habe ich direkt eine Essenspause gemacht und bin erst weitergefahren, als die Wolken vorbeigezogen waren. Ich hatte zum Glück gewartet, denn es hatte wieder heftig geregnet. So bin ich wenigstens nicht vom Regen nass geworden. Ich wurde nur von den vorbeifahrenden Autos manchmal ein bisschen nassgespritzt.
Ich hatte vor, bis nach Siluva zu fahren und dann dort eine Unterkunft zu suchen. In dem Dorf gibt's aber kein Hotelzimmer. Ich habe gesehen, dass es da eine Pilgerherberge gibt. Ich habe gesehen, dass der Jakobsweg auch hier entlangläuft. Dann ist eine Pilgerherberge naheliegend. Als ich dort ankam, kam gleich eine Ordensschwester und meinte, ich könne hier übernachten. Das schöne Zimmer mit Bad kostet nur 25 Euro.
19. August 2026 Joniskis, Hotel
An der Grenze zwischen Lettland und Litauen wird die Strasse repariert. Das heisst, die schlimmsten Löcher werden zugeteert. Die Strasse in Litauen ist ech in einem schlechten Zustand. Die Fahrspuren sind tief und haben Löcher, und die Seitenränder bröckelig. Ich hoffe, dass die Strassen im ganzen Land nicht so schlimm sind. Die Strassen in Lettland und Estland wurden mit EU-Geldern gebaut und waren gut.
Weisse und Rote Synagoge von Joniškis
Heute gibt's in Joniškis keine nennenswerte oder dauerhaft ansässige jüdische Bevölkerung mehr.
Früher war die jüdische Bevölkerung ein grosser und wichtiger Teil der Stadtbevölkerung (zeitweise über 1.000 bis zu mehr als 2.000 Personen). Das war vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust.
Die jüdische Gemeinde von Joniškis wurde während der Shoah im Jahr 1941 fast vollständig ausgelöscht. Die Stadt hat das historische Synagogenensemble (die Rote und die Weisse Synagoge) restauriert. Heute wird es als Kulturzentrum und Museum genutzt, um an das jüdische Erbe zu erinnern.
Durch Lettland
19. August 2026 Grenze Lettland/Litauen
Am der Opera vorbei
Am Morgen ging die Fahrt durch die Altstadt von Riga. Es war etwas holprig, durch die Strassen aus dem Mittelalter zu fahren bis die guten Radwege kamen. Und was wichtig war, sich nicht nur auf das GPS verlassen!
Die wichtigsten Regale im Supermarkt!
18. August 2026 Riga, Hotel
Heute fahre ich nur 50 Kilometer bis nach Riga, wo ich für die Nacht bleiben werde.
Die heutige Fahrradtour mit Google Maps war leider nicht so toll. Die Meldung kam andauernd: "In xx Metern rechts abbiegen", obwohl es neben der Strasse bis nach Riga einen Radweg gab. Ehrlich gesagt kann man sich bei Google Maps nie zu 100 % verlassen. Sonst würde man teilweise grosse Umwege machen oder würde irgendwo im Nirgendwo landen.
Riga vom Turm der Petrikirche
17. August 2026 Saulkrasti, Camping Hütte
Weiter geht's in Lettland wieder dem Euroradweg 13 entlang.
Als ich in einem Supermarkt Salami und Käse gekauft habe, habe ich auch noch Brot gebraucht. Ich stand vor dem Brotregal und habe geguckt, welches Brot ich nehmen soll. Eine Dame meinte, das sei das beste, um weiterhin gut Radfahrer zu können. Ich habe sie gesehen, als sie ankamen. Woher kommen die denn? Ich habe aus der Schweiz geantwortet. Sie brach in lauten Jubel aus, sodass es alle hören konnten. Wir haben noch ein bisschen auf Deutsch gequatscht, aber die meisten sprechen Englisch.
Hieronymus von Münchhausen, der berühmte Lügenbaron, ist eng mit Lettland verbunden. Er verbrachte einige Jahre auf dem Gut Dunte in Lettland, wo er seine Ehefrau Jakobine von Dunten kennenlernte und heiratete. Heute gibt es dort ein beliebtes Museum zu seinem Ehren.
Als ich in Saulkrasti ankam, bin ich direkt zum Campingplatz gefahren. Ich hatte gehofft, dass ich für diese Nacht eine Hütte bekomme. Die Frau da hat gesagt, dass alle kleinen Hütten besetzt sind und nur die grosse heute noch frei ist. Sie ruft ihre Tochter an, um mal nachzufragen. So habe ich die Hütte mit Bad und Küche für nur 25 Euro bekommen.
Durch Estland
17. August 2026 Metsapoole, an der Grenze nach Lettland
Heute Morgen war das Wetter etwas sonnig, sodass ich direkt losfahren konnte. Der Wind war etwas schwächer als gestern und kam von der Seite.
Als ich beim ersten Supermarkt einen Kaffeehalt machte, kam ich gleich mit den Leuten ins Gespräch. Hier ist die Atmosphäre wieder eine ganz andere als im Norden.
An der Ostsee
16. August 2026 Tahkuranna, Camping Hütte
Am Morgen hat es nochmal kurz geregnet, aber dann bin ich für eine weitere Tour durch Estland gestartet. Eigentlich wollte ich Estland in zwei Tagen durchfahren, aber auch heute weht wieder ein starker Wind, sodass ich gerade mal 80 Kilometer geschafft habe. Ich denke, dass der Wind in den nächsten Tagen noch mein Begleiter sein wird!
Hier entsteht eine neue Strasse der EU durch Estland
Heute waren von Süden Richtung Tallinn ein paar Biker unterwegs. Ich hab' einen Schweizer Radfahrer getroffen. Er ist von Winterthur nach Tallinn unterwegs. Er hatte heute einen guten Rückenwind, um zu fahren.
Weil es so windig ist, habe ich mich in einer Hütte einquartiert.
15. August 2026 Järvakandi, Zelt
In der Nacht bis am frühen Morgen hatte es geregnet, also bin ich später losgefahren. Meine warmen Handschuhe konnte ich auch wieder einpacken, es wurde bis 23 °C warm.
Auf der Strecke von über 80 Kilometer gab es gute Radwege. An den Stellen, wo ich auf der Strasse fahren musste, war wenig Verkehr.
Am Radweg gibt es auch eine Servicestation
Beim Mittagessen kam ein Spaziergänger vorbei! Er fragte mich, warum ich aus der schönen Schweiz in das flache Land komme. Er hatte noch in Erinnerung, dass das Appenzellerbier in der Schweiz ziemlich teuer war. Ich war vorher noch einkaufen und muss sagen, in Estland ist es echt günstig.
Das eine Feld ist geerntet das ander noch nicht
Bei einer Pause habe ich die Distanz gecheckt und ein Zimmer in einem Hostel gebucht. Als ich beim Hostel ankam, war es leider geschlossen. Ich habe auch kein E-Mail mit dem Türcode bekommen. Ich habe es dann mehrmals per Telefon versucht, aber niemand hat sich gemeldet. Ich habe die Umgebung weiter erkundet und bin auf einen Platz gestossen wo auch campirt werden kann.
Am Abend hat sich dann doch noch jemand gemeldet und es tat ihm sehr leid, dass er das Telefon nicht gehört hatte.
14. August 2026 Tallinn, Hotel
Heute Morgen geht's zum Fährhafen in Helsinki. Das Fähschiff "Finlandia" fährt um 9 Uhr nach Tallinn in Estland.
Die Finlandia ist eine grosse Fähre, in die viele LKWs und Autos passen. Es sind auch jede Menge Leute da. Es sieht aus wie eine schwimmende Stadt mit Restaurants, Läden und Möglichkeiten zur Unterhaltung. Für eine längere Reise wäre mir das zu eng, aber für 2,15 Stunden ist es ganz ok.
In Tallinn angekommen, ging ich gleich in die Altstadt. Ich war echt beeindruckt von der Schönheit der Stadt mit ihren Gassen und mittelalterlichen Häusern. Klar, hier sind auch viele Touristen unterwegs. Im Hafen haben einige Kreuzfahrtschiffe geankert.
Protestwand gegen den Krieg!
Durch Finnland
13. August 2026 Helsinki, Hotel Pausentag
Ich habe mir eine Tageskarte für den ÖPNV in Helsinki gekauft, obwohl man in der Stadt auch super mit dem Fahrrad unterwegs sein kann. Ich gönne mir auch mal gerne einen Tag ohne Fahrrad. Ich bin zuerst zum Fährhafen gefahren und hab da die Überfahrt für morgen gebucht.
Danach bin ich durch den Sibeliuspark zum Monument von Jean Sibelius gelaufen. Am Monument waren sehr viele Touristen mit den Cars unterwegs, was mich schon etwas befremdlich gestimmt hat. Alle wollten ein Foto mit sich vor dem Monument machen. Ich habe mich dann nicht lange dort aufhalten.
Ich finde die Musik vom Komponisten Sibelius sehr schön, vor allem die Finlandia.
Wenn ich zwischendurch mal eine Pause brauchte, bin ich gerne in einem der zahlreichen Strassencafés gesessen. Die Spatzen haben sogar das Papier vom Mafin leer geräumt!
Ich war echt beeindruckt von der Architektur der Bibliothek und habe mich deshalb ziemlich lange dort aufgehalten.
12. August 2026 Helsinki, Hotel
Ich habe gestern Abend überlegt, dass ich am Morgen schauen könnte, ob es Möglichkeiten gibt, mit Bus oder Bahn zu fahren, wenn es weiterhin Wind und Regen gibt. Ich war schon früh am, weil es nur ein paar hundert Meter vom Hotel entfernt ist. Da stand auch schon ein Zug, der um 7:19 Uhr nach Helsinki fährt. In fünf Minuten ist die Abfahrt. Ich hatte noch kein Ticket für mich und das Fahrrad, aber ich denke, dass ich das schon im Zug noch lösen kann. Als die Zugbegleiterin kam, habe ich mich direkt für die Strecke bis Helsinki entschieden.
Als ich in Helsinki ankam, traf ich nach ein paar Tagen wieder auf Biker, die gleich weiter nach Litauen fuhren, wo ihre Biketour vom Nordkap endet. Ich habe mir ein Hotelzimmer für zwei Tage reserviert. So kann ich noch etwas Zeit in Helsinki verbringen, bevor es wieder weitergeht.
Im Café hatte ich mein Fahrrad mit Gepäck immer in sicht!
Ich kann erst um 15 Uhr im Hotel einchecken, also habe ich mich erst mal in ein Café gesetzt. Da kam ein Mann zu mir und fragte, ob ich der mit dem Fahrrad wäre. Er wollte wissen, wie es sich anfühlt, hier mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, denn er möchte nach Schweden, und zwar für drei Wochen mit Zelt und allem, was man so braucht. Er sagte so: "Ich hätte da einfach ein paar Fragen, falls du Zeit hast." Wir haben dann noch eine ganze Weile gequatscht. Er kam natürlich nicht von hier, sondern aus Kalifornien. Es war echt cool, sich mal wieder mit jemandem zu unterhalten. Seit Nils Richtung russische Grenze gefahren ist, habe ich keine anderen Leute oder Touristen getroffen, mit denen man sich unterhalten konnte. Die Finnen sind nämlich ziemlich zurückhaltend.
11. August 2026 Jyväskylä, Hotel
Am Morgen schien die Sonne und der Himmel war blau. Das ändert sich aber noch im Laufe des Morgens. Natürlich wehte auch heute wieder ein frischer Wind und wurde zusehends stärker.
Nach etwa drei Stunden Fahrt kam eine Tankstelle mit Shop. Ich genehmigte mir einen Kaffee und ein Brötchen. Also, Kaffee gibt's in Finnland in so einem Filterkrug, der da steht. Manchmal stehen entweder Tassen oder Pappbecher daneben. Das ist immer Selbstbedienung. So müssen die Finnen, die nicht so viele Worte machen, nicht noch fragen, was man möchte.
Weil es direkt angefangen hat zu regnen, mussten ich einen längeren Halt einlegen. Ich hatte gerade Zeit und habe mir die WhatsApp-Nachrichten durchgelesen. Ein Kollege hat mich neulich gefragt, ob es stimmt, dass Finnland das langweiligste Land Europas ist. Ich denke, das stimmt, denn auf meiner Fahrt von Nord nach Süd verändert sich die Landschaft nur wenig. Im Süden werden die unbewaldeten Flächen etwas grösser. Die Leute hier wirken auf mich oft unfreundlich. Wenn man sie etwas fragt, bekommt man nur das Nötigste gesagt. Ich habe auch ein paar nette Leute getroffen.
Es hat immer wieder für kurze Zeit geregnet. Ich bin nicht ganz nass geworden, weil ich in manchen Bushaltestellen oder in einer Strassenunterführung unterkommen konnte.
Heute übernachten in der City von Jyväskylä.
10. August 2026 Hännilänsalmi, Hütte Camping
Beim Frühstück traf ich einen Deutschen, der schon viel von der Welt gesehen hat. Er hat von seinen Reisen durch Europa mit seinem ausgebauten Geländewagen erzählt. Er hat mir auch ein paar gute Tipps für meine Weiterreise gegeben. Ich finde es immer gut, wenn ich aus den Erfahrungen anderer lernen kann.
Schon beim Losfahren hat es stark Gegenwind gegeben, der sich am Nachmittag eher Richtung Sturm entwickelt hat. Es war echt anstrengend. Dementsprechend lange brauchte ich auch für die über 120 Kilometer lange Strecke. Der einzige Vorteil ist, dass es bei starkem Wind eher keinen Regen gibt. Aber in der letzten halben Stunde kam doch noch der Regen. Ich habe mich dann entschieden, eine Hütte auf dem Campingplatz zu nehmen.
Ich hab kurz vorher im Internet gecheckt, ob es auf dem Campingplatz auch Hütten gibt. Ich würde jetzt nicht gleich buchen, weil die Preise für Hütte oder Hotel immer für zwei Personen gelten. Ich musste bei der Ankunft nicht mal sagen, dass ich nur ein Bett brauche. Er hat mir gleich die Hütte zu einem guten Preis gegeben.
Das Café-Restaurant Vaskikello ist ein legendärer Rastplatz an der Nelostie (Straße 4) in Pyhäjärvi Vaskikellontie 420. Seit 1973 ist es für seine große Sammlung an Messingglocken und seine gemütliche Atmosphäre bekannt.
Vom Appezellerland
9. August 2026 Kärsämäki, Zelt Campingplatz
Als ich losgefahren bin, war es draussen gerade mal 8 °C und es gab Nebel. Das hat sich dann im Laufe des Morgens geändert und es wurde etwas wärmer und die Sonne hat sich auch gezeigt. Der Gegenwind wurde aber immer stärker, sodass ich gebremst wurde. Trotzdem bin ich gute 100 Kilometer gefahren. Ohne Gegenwind wäre ich noch weiter gekommen, aber das reicht für heute.
8. August 2026 Liminka, Hotel
Nachdem ich den Regeradar gecheckt hatte, habe ich mich entschieden, mit dem Zug nach Oulu zu fahren. Ich hatte Probleme, die Zugfahrt online zu buchen. Deshalb habe ich die Fahrt über einen anderen Anbieter gebucht. Das Fahrrad konnte ich dort nicht dazubuchen, aber immerhin meine Fahrt. Der Zugbegleiter sagte, dass es da öfter Probleme gibt. Ich konnte das Fahrrad im Zug bezahlen. Die Zugfahrt nach Oulu dauerte eine Stunde.
Als ich in Oulu ankam, bin ich gleich weiter mit dem Fahrrad gefahren. Ich hoffte, so möglichst weit zu kommen, ohne dass es regnet. Aber dem war nicht so, es hat immer mal wieder geregnet. Ich bin dann 30 Kilometer bis Liminka gefahren und habe dort ein Hotelzimmer gebucht, was natürlich auch nur online möglich ist.
Ich finde es sehr praktisch, wenn ich mein Fahrrad gleich mit ins Zimmer nehmen kann.
7. August 2026 Kemi, Apartement
In Rovaniemi hat es seit gestern Nachmittag bis heute Morgen um 9 Uhr geregnet. Deshalb bin ich erst um 9:30 Uhr gestartet. Es hat zwischendurch genieselt, aber am Nachmittag schien sogar noch die Sonne und meine Klamotten waren wieder trocken. Weil das Wetter gut war, bin ich anstelle von 80 gleich 125 Kilometer bis Kemi geradelt. Ich finde es einfach klasse, bei gutem Wetter voranzukommen und dabei noch Spass zu haben! Als ich in Kemi ankam, hat es gleich wieder angefangen zu regnen.
6. August 2026 Rovaniemi, Apartement
Die Tage werden etwas kälter, heute war es nur 6 °C zum Tourstart. Der einzige Vorteil ist, dass die Moskitos bei Kälte weniger aktiv sind.
Richtung Nordkap kamen wieder ein paar Nordkap-4000-Fahrradfahrer entgegen.
Den ersten Kaffeehalt gab's erst nach 40 Kilometern, dazwischen gab's keine Möglichkeit. Dort habe ich ein Paar aus Norwegen mit dem Wohnmobil getroffen. Die wollten echt alles wissen: von wo nach wo, wie und was.
Auf einmal gab es einen lauten Knall hinter mir. Als ein Lkw-Fahrer mich überholen wollte, platzte plötzlich ein Reifen. Wäre er genau auf gleicher Höhe gewesen, wäre ich vielleicht in den Graben am Strassenrand gefahren. So konnte ich die Richtung behalten!
Santa Claus Village
Natürlich musste ich beim Santa Claus einen Halt machen.Das Weihnachtsmann-Dorf liegt etwa 8 Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Rovaniemi und ist das ganze Jahr über geöffnet. Die offizielle Polarkreislinie verläuft durch das Gebiet.
In Rovaniemi hatte ich ein Studio gebucht, und zwar für 51 Euro. Ich war sehr überrascht, wie schön das Studio ist und wie günstig es in der Innenstadt liegt. Es hat sogar eine Küche und eine Waschmaschine. Ich habe für ein Stück Torte im Selbstbedienungsrestaurant 8,90 Euro bezahlt. Eine ganze Torte wäre teurer als das schöne Studio!!!!
5. August 2026 Käyrämö, Hostel (!!!)
Nach dem Regen in der Nacht starteten wir heute morgen bei 8 °C und Sonnenschein. Da der Weg meistens flach war, kamen wir gut voran.
Nach ungefähr 60 Kilometern haben wir uns dann getrennt. Nils, mit dem ich die letzten 500 Kilometer geradelt bin, fährt jetzt Richtung russische Grenze nach Helsinki. Ich nehme die direkte Strecke nach Helsinki.
Die letzten 20 Kilometer bis zum Hostel waren mit starkem Gegenwind etwas anstrengender. Ich dachte, ich schlafe heute mal wieder in einem Bett und habe mir ein Zimmer gebucht. Ich finde, es wäre im Zelt besser gewesen! Manchmal stellt man sich schon die Frage, was alles für viel Geld vermietet wird.
4. August 2026 Sodankylä, Camping Peurasuvanto
In der Nacht hat es viel geregnet, sodass ich am Morgen wieder ein nasses Zelt einpacken musste. Die Wärme liess heute leider auf sich warten. Es war den ganzen Tag nur im einstelligen Bereich. Ich zieh' mir dann immer warme Handschuhe an, weil ich sonst so schnell kalte Hände kriege.
Die Fahrt durch Lappland führt durch bewaldetes Gebiet und die Strasse verläuft wie eine Wellenlinie. Die Strecke war ganz gut zu fahren, es ging sanft rauf und wieder sanft runter. Ich fand es angenehm, wenn es nur geradeaus geht wirkt es etwas eintönig!
Als wir auf dem Campingplatz ankamen, haben wir erst mal unsere Zelte aufgebaut. Danach sind wir in die Sauna gegangen. Zuerst haben wir den Ofen natürlich angemacht und auf die richtige Temperatur eingestellt. Nach der Fahrradtour war das Saunieren echt entspannend und das anschließende Bad im Fluss war auch super.
Nordkap-4000
Am 25. Juli geht's los: 660 Radfahrer starten in Rovereto, Italien, und machen sich auf den Weg zum Nordkap. Die Strecke ist 4.000 Kilometer lang. Die ersten Radfahrer kamen heute Abend um 20:31 Uhr bei uns vorbei, ein paar weitere folgten noch. In den nächsten Tagen werden wir auf unserer Strecke nach Helsinki noch einige Radfahrer antreffen. Damit der Nordkap 4000 kein Rennen gibt, müssen die Besten mindestens 12 Tage auf der Strecke sein.
3. August 2026 Ivalo, 20 Km ausserhalb Camping am Fluss
Heute war wieder ein Tag mit Sonne und Wolken und etwas Wind. Die Temperaturen lagen zwischen 10 und 17 Grad. Nils und ich kamen gut voran. Der Weg führte heute hauptsächlich durch bewaldetesGebiet, aber statt Laubbäumen waren es heute Fichten.
Wir haben unsere Zelte an einem schönen Platz am Fluss aufgebaut.
2. August 2026 Kaamanen, Camping-Häuschen
Bis zur Grenze nach Finnland waren es nur noch ein paar Kilometer. Gleich nach der Grenze in Finnland hatte es einen Supermarkt, da habe ich noch einiges an Lebensmitteln eingekauft. Als ich den Einkauf in meinem Gepäck verstaut habe, habe ich mich gefragt, warum ich so viel eingekauft habe. In zwei Tagen komme ich ja wieder an einem Supermarkt vorbei! Vielleicht hatte ich mit den Gedanken eingekauft, so wie wenn ich zu Fuss unterwegs wäre. Ich denke, verhungern muss ich bestimmt nicht.
Grenze Norwegen/Finnland
Durch Norwegen
Direkt nach der Grenze ging's bergauf. Die etwa 80 Kilometer waren ein ständiges Auf und Ab mit einigen Höhenmetern. Die Strecke führte hauptsächlich durch den Wald.
1. August 2026 Karasyok, Camping am Fluss
Ich war um halb acht bereit, die Tagestour zu starten, aber es fing gleich wieder an zu regnen. Ich habe gewartet, bis der Regen um 8:30 Uhr aufgehört hat. Nach ungefähr einer Stunde hat eine Frau gerufen "Do you want to drink a coffee?", "ja gerne, der fehlte mir noch heute morgen" sagte ich, weil ich gesehen hatte, dass sie ein Nummernschild mit der Nummer "HH" hatte.
Kaffeehalt bei Andrea aus Hamburg
Ich bin dann weiter bis zur nächsten Ortschaft gefahren, zum Einkaufszentrum. Dort habe ich ein paar andere Radfahrer getroffen, auch Nils. Den hatte ich ja gleich nach dem Nordkap getroffen, er ist auf einer längeren Tour unterwegs und hofft, dass er noch durch Österreich und die Schweiz kommt, bevor es kalt und schneit. Später will er weiter nach Italien, Frankreich und Spanien und dann bis nach Afrika.
Heute schlafe ich wieder mal im Zelt. Ich bin mit Nils zum Fluss ausserhalb von Karasjok gefahren und wir haben dort unsere Zelte aufgebaut. Das Problem hier ist, dass es hier sehr viele Moskitos gibt, die gleich zustechen möchten. Zum Glück hatte ich einen Spray dabei, der mich vor den blutrünstigen Viechern etwas schützte.
31. Juli 2026 Indre Billefjord
Jetzt geht's wieder zurück vom Nordkap. Heute Morgen bin ich mit dem Fahrrad vom Hytte Camp nach Honningsvåg gefahren. Auf meiner Route traf ich wieder ein paar Radfahrer, die auch zum Nordkap unterwegs waren. Alle haben sich darüber beschwert, wie schlecht die Fahrt durch den Nordkap-Tunnel war. Der Nordkap-Tunnel ist ganze sieben Kilometer lang und führt 200 Meter unter dem Meeresspiegel hindurch. Im Tunnel ist es ziemlich kalt und die Strasse ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens sehr eng. Die Fahrt mit dem Fahrrad durch den Tunnel und ein paar weitere Tunnel ist also eher anstrengend. Ich habe mich entschieden, mit dem Bus bis Olderfjord zu fahren. Einige Fahrradfahrer hatte die gleiche Idee, so dass der Bus das Gepäckabteil voll mit Fahrrädern war.
Von Honningsvåg bis Olderfjord sind es 98 Kilometer mit dem Bus.
Von Olderfjord geht's jetzt wieder mit dem Fahrrad weiter. Die Route zum Campingplatz in Indre Billefjord führte grösstenteils am Meer entlang mit ein paar moderaten Anstiegen und Abstiegen. Da heute Nacht Regen erwartet wird, habe ich mich in einer Hütte einquartiert.