Die Heimreise vom Nordkap: Eine fortgesetzte Entdeckung
Durch Lettland
17. August 2026 Saulkrasti, Camping Hütte
Weiter geht's in Lettland wieder dem Euroradweg 13 entlang.
Als ich in einem Supermarkt Salami und Käse gekauft habe, habe ich auch noch Brot gebraucht. Ich stand vor dem Brotregal und habe geguckt, welches Brot ich nehmen soll. Eine Dame meinte, das sei das beste, um weiterhin gut Radfahrer zu können. Ich habe sie gesehen, als sie ankamen. Woher kommen die denn? Ich habe aus der Schweiz geantwortet. Sie brach in lauten Jubel aus, sodass es alle hören konnten. Wir haben noch ein bisschen auf Deutsch gequatscht, aber die meisten sprechen Englisch.
Hieronymus von Münchhausen, der berühmte Lügenbaron, ist eng mit Lettland verbunden. Er verbrachte einige Jahre auf dem Gut Dunte in Lettland, wo er seine Ehefrau Jakobine von Dunten kennenlernte und heiratete. Heute gibt es dort ein beliebtes Museum zu seinem Ehren.
Als ich in Saulkrasti ankam, bin ich direkt zum Campingplatz gefahren. Ich hatte gehofft, dass ich für diese Nacht eine Hütte bekomme. Die Frau da hat gesagt, dass alle kleinen Hütten besetzt sind und nur die grosse heute noch frei ist. Sie ruft ihre Tochter an, um mal nachzufragen. So habe ich die Hütte mit Bad und Küche für nur 25 Euro bekommen.
Durch Estland
17. August 2026 Metsapoole, an der Grenze nach Lettland
Heute Morgen war das Wetter etwas sonnig, sodass ich direkt losfahren konnte. Der Wind war etwas schwächer als gestern und kam von der Seite.
Als ich beim ersten Supermarkt einen Kaffeehalt machte, kam ich gleich mit den Leuten ins Gespräch. Hier ist die Atmosphäre wieder eine ganz andere als im Norden.
An der Ostsee
16. August 2026 Tahkuranna, Camping Hütte
Am Morgen hat es nochmal kurz geregnet, aber dann bin ich für eine weitere Tour durch Estland gestartet. Eigentlich wollte ich Estland in zwei Tagen durchfahren, aber auch heute weht wieder ein starker Wind, sodass ich gerade mal 80 Kilometer geschafft habe. Ich denke, dass der Wind in den nächsten Tagen noch mein Begleiter sein wird!
Hier entsteht eine neue Strasse der EU durch Estland
Heute waren von Süden Richtung Tallinn ein paar Biker unterwegs. Ich hab' einen Schweizer Radfahrer getroffen. Er ist von Winterthur nach Tallinn unterwegs. Er hatte heute einen guten Rückenwind, um zu fahren.
Weil es so windig ist, habe ich mich in einer Hütte einquartiert.
15. August 2026 Järvakandi, Zelt
In der Nacht bis am frühen Morgen hatte es geregnet, also bin ich später losgefahren. Meine warmen Handschuhe konnte ich auch wieder einpacken, es wurde bis 23 °C warm.
Auf der Strecke von über 80 Kilometer gab es gute Radwege. An den Stellen, wo ich auf der Strasse fahren musste, war wenig Verkehr.
Am Radweg gibt es auch eine Servicestation
Beim Mittagessen kam ein Spaziergänger vorbei! Er fragte mich, warum ich aus der schönen Schweiz in das flache Land komme. Er hatte noch in Erinnerung, dass das Appenzellerbier in der Schweiz ziemlich teuer war. Ich war vorher noch einkaufen und muss sagen, in Estland ist es echt günstig.
Das eine Feld ist geerntet das ander noch nicht
Bei einer Pause habe ich die Distanz gecheckt und ein Zimmer in einem Hostel gebucht. Als ich beim Hostel ankam, war es leider geschlossen. Ich habe auch kein E-Mail mit dem Türcode bekommen. Ich habe es dann mehrmals per Telefon versucht, aber niemand hat sich gemeldet. Ich habe die Umgebung weiter erkundet und bin auf einen Platz gestossen wo auch campirt werden kann.
Am Abend hat sich dann doch noch jemand gemeldet und es tat ihm sehr leid, dass er das Telefon nicht gehört hatte.
14. August 2026 Tallinn, Hotel
Heute Morgen geht's zum Fährhafen in Helsinki. Das Fähschiff "Finlandia" fährt um 9 Uhr nach Tallinn in Estland.
Die Finlandia ist eine grosse Fähre, in die viele LKWs und Autos passen. Es sind auch jede Menge Leute da. Es sieht aus wie eine schwimmende Stadt mit Restaurants, Läden und Möglichkeiten zur Unterhaltung. Für eine längere Reise wäre mir das zu eng, aber für 2,15 Stunden ist es ganz ok.
In Tallinn angekommen, ging ich gleich in die Altstadt. Ich war echt beeindruckt von der Schönheit der Stadt mit ihren Gassen und mittelalterlichen Häusern. Klar, hier sind auch viele Touristen unterwegs. Im Hafen haben einige Kreuzfahrtschiffe geankert.
Protestwand gegen den Krieg!
Durch Finnland
13. August 2026 Helsinki, Hotel Pausentag
Ich habe mir eine Tageskarte für den ÖPNV in Helsinki gekauft, obwohl man in der Stadt auch super mit dem Fahrrad unterwegs sein kann. Ich gönne mir auch mal gerne einen Tag ohne Fahrrad. Ich bin zuerst zum Fährhafen gefahren und hab da die Überfahrt für morgen gebucht.
Danach bin ich durch den Sibeliuspark zum Monument von Jean Sibelius gelaufen. Am Monument waren sehr viele Touristen mit den Cars unterwegs, was mich schon etwas befremdlich gestimmt hat. Alle wollten ein Foto mit sich vor dem Monument machen. Ich habe mich dann nicht lange dort aufhalten.
Ich finde die Musik vom Komponisten Sibelius sehr schön, vor allem die Finlandia.
Wenn ich zwischendurch mal eine Pause brauchte, bin ich gerne in einem der zahlreichen Strassencafés gesessen. Die Spatzen haben sogar das Papier vom Mafin leer geräumt!
Ich war echt beeindruckt von der Architektur der Bibliothek und habe mich deshalb ziemlich lange dort aufgehalten.
12. August 2026 Helsinki, Hotel
Ich habe gestern Abend überlegt, dass ich am Morgen schauen könnte, ob es Möglichkeiten gibt, mit Bus oder Bahn zu fahren, wenn es weiterhin Wind und Regen gibt. Ich war schon früh am, weil es nur ein paar hundert Meter vom Hotel entfernt ist. Da stand auch schon ein Zug, der um 7:19 Uhr nach Helsinki fährt. In fünf Minuten ist die Abfahrt. Ich hatte noch kein Ticket für mich und das Fahrrad, aber ich denke, dass ich das schon im Zug noch lösen kann. Als die Zugbegleiterin kam, habe ich mich direkt für die Strecke bis Helsinki entschieden.
Als ich in Helsinki ankam, traf ich nach ein paar Tagen wieder auf Biker, die gleich weiter nach Litauen fuhren, wo ihre Biketour vom Nordkap endet. Ich habe mir ein Hotelzimmer für zwei Tage reserviert. So kann ich noch etwas Zeit in Helsinki verbringen, bevor es wieder weitergeht.
Im Café hatte ich mein Fahrrad mit Gepäck immer in sicht!
Ich kann erst um 15 Uhr im Hotel einchecken, also habe ich mich erst mal in ein Café gesetzt. Da kam ein Mann zu mir und fragte, ob ich der mit dem Fahrrad wäre. Er wollte wissen, wie es sich anfühlt, hier mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, denn er möchte nach Schweden, und zwar für drei Wochen mit Zelt und allem, was man so braucht. Er sagte so: "Ich hätte da einfach ein paar Fragen, falls du Zeit hast." Wir haben dann noch eine ganze Weile gequatscht. Er kam natürlich nicht von hier, sondern aus Kalifornien. Es war echt cool, sich mal wieder mit jemandem zu unterhalten. Seit Nils Richtung russische Grenze gefahren ist, habe ich keine anderen Leute oder Touristen getroffen, mit denen man sich unterhalten konnte. Die Finnen sind nämlich ziemlich zurückhaltend.
11. August 2026 Jyväskylä, Hotel
Am Morgen schien die Sonne und der Himmel war blau. Das ändert sich aber noch im Laufe des Morgens. Natürlich wehte auch heute wieder ein frischer Wind und wurde zusehends stärker.
Nach etwa drei Stunden Fahrt kam eine Tankstelle mit Shop. Ich genehmigte mir einen Kaffee und ein Brötchen. Also, Kaffee gibt's in Finnland in so einem Filterkrug, der da steht. Manchmal stehen entweder Tassen oder Pappbecher daneben. Das ist immer Selbstbedienung. So müssen die Finnen, die nicht so viele Worte machen, nicht noch fragen, was man möchte.
Weil es direkt angefangen hat zu regnen, mussten ich einen längeren Halt einlegen. Ich hatte gerade Zeit und habe mir die WhatsApp-Nachrichten durchgelesen. Ein Kollege hat mich neulich gefragt, ob es stimmt, dass Finnland das langweiligste Land Europas ist. Ich denke, das stimmt, denn auf meiner Fahrt von Nord nach Süd verändert sich die Landschaft nur wenig. Im Süden werden die unbewaldeten Flächen etwas grösser. Die Leute hier wirken auf mich oft unfreundlich. Wenn man sie etwas fragt, bekommt man nur das Nötigste gesagt. Ich habe auch ein paar nette Leute getroffen.
Es hat immer wieder für kurze Zeit geregnet. Ich bin nicht ganz nass geworden, weil ich in manchen Bushaltestellen oder in einer Strassenunterführung unterkommen konnte.
Heute übernachten in der City von Jyväskylä.
10. August 2026 Hännilänsalmi, Hütte Camping
Beim Frühstück traf ich einen Deutschen, der schon viel von der Welt gesehen hat. Er hat von seinen Reisen durch Europa mit seinem ausgebauten Geländewagen erzählt. Er hat mir auch ein paar gute Tipps für meine Weiterreise gegeben. Ich finde es immer gut, wenn ich aus den Erfahrungen anderer lernen kann.
Schon beim Losfahren hat es stark Gegenwind gegeben, der sich am Nachmittag eher Richtung Sturm entwickelt hat. Es war echt anstrengend. Dementsprechend lange brauchte ich auch für die über 120 Kilometer lange Strecke. Der einzige Vorteil ist, dass es bei starkem Wind eher keinen Regen gibt. Aber in der letzten halben Stunde kam doch noch der Regen. Ich habe mich dann entschieden, eine Hütte auf dem Campingplatz zu nehmen.
Ich hab kurz vorher im Internet gecheckt, ob es auf dem Campingplatz auch Hütten gibt. Ich würde jetzt nicht gleich buchen, weil die Preise für Hütte oder Hotel immer für zwei Personen gelten. Ich musste bei der Ankunft nicht mal sagen, dass ich nur ein Bett brauche. Er hat mir gleich die Hütte zu einem guten Preis gegeben.
Das Café-Restaurant Vaskikello ist ein legendärer Rastplatz an der Nelostie (Straße 4) in Pyhäjärvi Vaskikellontie 420. Seit 1973 ist es für seine große Sammlung an Messingglocken und seine gemütliche Atmosphäre bekannt.
Vom Appezellerland
9. August 2026 Kärsämäki, Zelt Campingplatz
Als ich losgefahren bin, war es draussen gerade mal 8 °C und es gab Nebel. Das hat sich dann im Laufe des Morgens geändert und es wurde etwas wärmer und die Sonne hat sich auch gezeigt. Der Gegenwind wurde aber immer stärker, sodass ich gebremst wurde. Trotzdem bin ich gute 100 Kilometer gefahren. Ohne Gegenwind wäre ich noch weiter gekommen, aber das reicht für heute.
8. August 2026 Liminka, Hotel
Nachdem ich den Regeradar gecheckt hatte, habe ich mich entschieden, mit dem Zug nach Oulu zu fahren. Ich hatte Probleme, die Zugfahrt online zu buchen. Deshalb habe ich die Fahrt über einen anderen Anbieter gebucht. Das Fahrrad konnte ich dort nicht dazubuchen, aber immerhin meine Fahrt. Der Zugbegleiter sagte, dass es da öfter Probleme gibt. Ich konnte das Fahrrad im Zug bezahlen. Die Zugfahrt nach Oulu dauerte eine Stunde.
Als ich in Oulu ankam, bin ich gleich weiter mit dem Fahrrad gefahren. Ich hoffte, so möglichst weit zu kommen, ohne dass es regnet. Aber dem war nicht so, es hat immer mal wieder geregnet. Ich bin dann 30 Kilometer bis Liminka gefahren und habe dort ein Hotelzimmer gebucht, was natürlich auch nur online möglich ist.
Ich finde es sehr praktisch, wenn ich mein Fahrrad gleich mit ins Zimmer nehmen kann.
7. August 2026 Kemi, Apartement
In Rovaniemi hat es seit gestern Nachmittag bis heute Morgen um 9 Uhr geregnet. Deshalb bin ich erst um 9:30 Uhr gestartet. Es hat zwischendurch genieselt, aber am Nachmittag schien sogar noch die Sonne und meine Klamotten waren wieder trocken. Weil das Wetter gut war, bin ich anstelle von 80 gleich 125 Kilometer bis Kemi geradelt. Ich finde es einfach klasse, bei gutem Wetter voranzukommen und dabei noch Spass zu haben! Als ich in Kemi ankam, hat es gleich wieder angefangen zu regnen.
6. August 2026 Rovaniemi, Apartement
Die Tage werden etwas kälter, heute war es nur 6 °C zum Tourstart. Der einzige Vorteil ist, dass die Moskitos bei Kälte weniger aktiv sind.
Richtung Nordkap kamen wieder ein paar Nordkap-4000-Fahrradfahrer entgegen.
Den ersten Kaffeehalt gab's erst nach 40 Kilometern, dazwischen gab's keine Möglichkeit. Dort habe ich ein Paar aus Norwegen mit dem Wohnmobil getroffen. Die wollten echt alles wissen: von wo nach wo, wie und was.
Auf einmal gab es einen lauten Knall hinter mir. Als ein Lkw-Fahrer mich überholen wollte, platzte plötzlich ein Reifen. Wäre er genau auf gleicher Höhe gewesen, wäre ich vielleicht in den Graben am Strassenrand gefahren. So konnte ich die Richtung behalten!
Santa Claus Village
Natürlich musste ich beim Santa Claus einen Halt machen.Das Weihnachtsmann-Dorf liegt etwa 8 Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Rovaniemi und ist das ganze Jahr über geöffnet. Die offizielle Polarkreislinie verläuft durch das Gebiet.
In Rovaniemi hatte ich ein Studio gebucht, und zwar für 51 Euro. Ich war sehr überrascht, wie schön das Studio ist und wie günstig es in der Innenstadt liegt. Es hat sogar eine Küche und eine Waschmaschine. Ich habe für ein Stück Torte im Selbstbedienungsrestaurant 8,90 Euro bezahlt. Eine ganze Torte wäre teurer als das schöne Studio!!!!
5. August 2026 Käyrämö, Hostel (!!!)
Nach dem Regen in der Nacht starteten wir heute morgen bei 8 °C und Sonnenschein. Da der Weg meistens flach war, kamen wir gut voran.
Nach ungefähr 60 Kilometern haben wir uns dann getrennt. Nils, mit dem ich die letzten 500 Kilometer geradelt bin, fährt jetzt Richtung russische Grenze nach Helsinki. Ich nehme die direkte Strecke nach Helsinki.
Die letzten 20 Kilometer bis zum Hostel waren mit starkem Gegenwind etwas anstrengender. Ich dachte, ich schlafe heute mal wieder in einem Bett und habe mir ein Zimmer gebucht. Ich finde, es wäre im Zelt besser gewesen! Manchmal stellt man sich schon die Frage, was alles für viel Geld vermietet wird.
4. August 2026 Sodankylä, Camping Peurasuvanto
In der Nacht hat es viel geregnet, sodass ich am Morgen wieder ein nasses Zelt einpacken musste. Die Wärme liess heute leider auf sich warten. Es war den ganzen Tag nur im einstelligen Bereich. Ich zieh' mir dann immer warme Handschuhe an, weil ich sonst so schnell kalte Hände kriege.
Die Fahrt durch Lappland führt durch bewaldetes Gebiet und die Strasse verläuft wie eine Wellenlinie. Die Strecke war ganz gut zu fahren, es ging sanft rauf und wieder sanft runter. Ich fand es angenehm, wenn es nur geradeaus geht wirkt es etwas eintönig!
Als wir auf dem Campingplatz ankamen, haben wir erst mal unsere Zelte aufgebaut. Danach sind wir in die Sauna gegangen. Zuerst haben wir den Ofen natürlich angemacht und auf die richtige Temperatur eingestellt. Nach der Fahrradtour war das Saunieren echt entspannend und das anschließende Bad im Fluss war auch super.
Nordkap-4000
Am 25. Juli geht's los: 660 Radfahrer starten in Rovereto, Italien, und machen sich auf den Weg zum Nordkap. Die Strecke ist 4.000 Kilometer lang. Die ersten Radfahrer kamen heute Abend um 20:31 Uhr bei uns vorbei, ein paar weitere folgten noch. In den nächsten Tagen werden wir auf unserer Strecke nach Helsinki noch einige Radfahrer antreffen. Damit der Nordkap 4000 kein Rennen gibt, müssen die Besten mindestens 12 Tage auf der Strecke sein.
3. August 2026 Ivalo, 20 Km ausserhalb Camping am Fluss
Heute war wieder ein Tag mit Sonne und Wolken und etwas Wind. Die Temperaturen lagen zwischen 10 und 17 Grad. Nils und ich kamen gut voran. Der Weg führte heute hauptsächlich durch bewaldetesGebiet, aber statt Laubbäumen waren es heute Fichten.
Wir haben unsere Zelte an einem schönen Platz am Fluss aufgebaut.
2. August 2026 Kaamanen, Camping-Häuschen
Bis zur Grenze nach Finnland waren es nur noch ein paar Kilometer. Gleich nach der Grenze in Finnland hatte es einen Supermarkt, da habe ich noch einiges an Lebensmitteln eingekauft. Als ich den Einkauf in meinem Gepäck verstaut habe, habe ich mich gefragt, warum ich so viel eingekauft habe. In zwei Tagen komme ich ja wieder an einem Supermarkt vorbei! Vielleicht hatte ich mit den Gedanken eingekauft, so wie wenn ich zu Fuss unterwegs wäre. Ich denke, verhungern muss ich bestimmt nicht.
Grenze Norwegen/Finnland
Durch Norwegen
Direkt nach der Grenze ging's bergauf. Die etwa 80 Kilometer waren ein ständiges Auf und Ab mit einigen Höhenmetern. Die Strecke führte hauptsächlich durch den Wald.
1. August 2026 Karasyok, Camping am Fluss
Ich war um halb acht bereit, die Tagestour zu starten, aber es fing gleich wieder an zu regnen. Ich habe gewartet, bis der Regen um 8:30 Uhr aufgehört hat. Nach ungefähr einer Stunde hat eine Frau gerufen "Do you want to drink a coffee?", "ja gerne, der fehlte mir noch heute morgen" sagte ich, weil ich gesehen hatte, dass sie ein Nummernschild mit der Nummer "HH" hatte.
Kaffeehalt bei Andrea aus Hamburg
Ich bin dann weiter bis zur nächsten Ortschaft gefahren, zum Einkaufszentrum. Dort habe ich ein paar andere Radfahrer getroffen, auch Nils. Den hatte ich ja gleich nach dem Nordkap getroffen, er ist auf einer längeren Tour unterwegs und hofft, dass er noch durch Österreich und die Schweiz kommt, bevor es kalt und schneit. Später will er weiter nach Italien, Frankreich und Spanien und dann bis nach Afrika.
Heute schlafe ich wieder mal im Zelt. Ich bin mit Nils zum Fluss ausserhalb von Karasjok gefahren und wir haben dort unsere Zelte aufgebaut. Das Problem hier ist, dass es hier sehr viele Moskitos gibt, die gleich zustechen möchten. Zum Glück hatte ich einen Spray dabei, der mich vor den blutrünstigen Viechern etwas schützte.
31. Juli 2026 Indre Billefjord
Jetzt geht's wieder zurück vom Nordkap. Heute Morgen bin ich mit dem Fahrrad vom Hytte Camp nach Honningsvåg gefahren. Auf meiner Route traf ich wieder ein paar Radfahrer, die auch zum Nordkap unterwegs waren. Alle haben sich darüber beschwert, wie schlecht die Fahrt durch den Nordkap-Tunnel war. Der Nordkap-Tunnel ist ganze sieben Kilometer lang und führt 200 Meter unter dem Meeresspiegel hindurch. Im Tunnel ist es ziemlich kalt und die Strasse ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens sehr eng. Die Fahrt mit dem Fahrrad durch den Tunnel und ein paar weitere Tunnel ist also eher anstrengend. Ich habe mich entschieden, mit dem Bus bis Olderfjord zu fahren. Einige Fahrradfahrer hatte die gleiche Idee, so dass der Bus das Gepäckabteil voll mit Fahrrädern war.
Von Honningsvåg bis Olderfjord sind es 98 Kilometer mit dem Bus.
Von Olderfjord geht's jetzt wieder mit dem Fahrrad weiter. Die Route zum Campingplatz in Indre Billefjord führte grösstenteils am Meer entlang mit ein paar moderaten Anstiegen und Abstiegen. Da heute Nacht Regen erwartet wird, habe ich mich in einer Hütte einquartiert.